Im Paragraf 3 vom Gebietsänderungsvertrag war es vereinbart, mit dem die damals selbständige Gemeinde Gnewikow in dem Vertrauen, dass alles gut und besser wird, ihre Eigenständigkeit aufgab und ein Ortsteil der Stadt Neuruppin wurde.
Für die Stadtverwaltung hatte das Anliegen des kleinen Dorfes dann aber doch nicht mehr den Stellenwert, wie es in dem öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Eingemeindung festgeschrieben war…
Alle Wünsche und Forderungen hinsichtlich des Erhalts der ehemaligen Kita als Dorfgemeinschaftshaus wurden immer wieder mit Hinweis auf fehlende Haushaltsmittel abgewiesen. Der Verfall des ehemaligen Gemeindehauses schritt voran, bis es ca. 10 Jahre später nicht einmal mehr eingeschränkt nutzbar war.
Der Ortsbeirat ließ sich lange Zeit vertrösten und versuchte immer wieder, durch die Anmietung von Räumlichkeiten des Jugenddorfes den Vereinen und Einwohnern wenigstens einen kleinen Ersatz für das fehlende Dorfgemeinschaftshaus zu bieten.
Schließlich war die Geduld der Bürger erschöpft und sie starteten im August 2009 eine Umfrage, wie es weiter gehen solle. Das Ergebnis war eindeutig, alle wollten einen eigenen Treff, einen Ort, den sie als ihr DGH in eigener Regie nutzen konnten.
Wieder folgten zähe Aussprachen mit der Stadtverwaltung und Anträge des Ortsbeirates an die Stadtverordnetenversammlung. Beschlüsse wurden gefasst, regelmäßig fand die Stadtverwaltung Gründe, weshalb Beschlüsse und Zusagen dann doch nicht eingehalten werden konnten …
Die Bürger und der Ortsbeirat verloren letztlich jegliche Hoffnung und ihr Vertrauen in die Kommunalverwaltung, sodass sich der Ortsbeirat 2016 entschloss, seine Ansprüche aus dem Eingemeindungsvertrag mit Hilfe des Landtages oder gerichtlich durchzusetzen. Das führte endlich zum Erfolg – der Petitionsausschuss des Landtages vermittelte ein Mediationsverfahren zwischen Stadtverwaltung und Ortsbeirat unter Leitung des Innenministeriums des Landes Brandenburg. Dabei wurde ein Kompromiss erzielt, bei dem anstelle der immer wieder gescheiterten Sanierung und der Umbaumaßnahmen an dem ehemaligen Kindergarten der Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses beschlossen wurde. Dieser Beschluss führte – auch dank der danach konstruktiven Mitwirkung des Bürgermeisters – dazu, dass zur Freude aller Bürger und der Vereine am 15. August 2021 ein tolles Dorfgemeinschaftshaus feierlich übergeben und letztendlich nun auch in Eigenregie des Ortsbeirates für gemeinschaftliche Veranstaltungen und private Feiern genutzt werden kann.
Neben unserem damaligen Bürgermeister, Herrn Peter Golde, gilt vor allem Herrn Fred Müller (als damaliger Sachgebietsleiter der Stadt) unser Dank, der die Baumaßnahme verwaltungsseitig begleitete und uns in alle wichtigen Entscheidungen bei der Bauausführung einbezog. Der Dank richtet sich auch an Herrn Niese, der als Architekt und Planer die Vorstellungen und Wünsche der Gnewikower bestmöglich berücksichtigte.
Es war ein langer und beschwerlicher Weg, den wir als Ortsbeirat mit Hilfe vieler Bürger, der Kameraden der Gnewikower Feuerwehr und unserer Vereine gegangen sind. Wir sind stolz darauf, was wir letztendlich erreicht haben.
In diesem Sinne wollen wir unser schwer erkämpftes Dorfgemeinschaftshaus schützen und pflegen. Dabei sollen nachfolgende Hinweise, Nutzungsregeln und Festlegungen helfen. Ihre Einhaltung wird vom Ortsbeirat kontrolliert und von der Stadtverwaltung durchgesetzt.
Weitere Danksagung gilt: Antje Lange (ehem. Sachbearbeiterin Ortseilmanagement), Arne Krohn (ehem. Baudezernent), Joachim Zindler (ehem. Geschäftsführer Stadtwerke Neuruppin und Bürgermeister 😉 ), Thoralf Uebach (Geschäftsführer Stadtwerke Neuruppin), Thomas Niese (Architekt), aus Gnewikow Sieglinde Siebmann, Gerd Schnittcher.
Von 2009 bis 2021 das waren wir
Jörg Dielitzsch, Olaf Matschoss, Steven Kranz
Ein besonderen Dank geht an unsere
Frauen Viola, Heike und Vivien für den Rückhalt und dem großen Verständnis.
Zeit, Nerven und Geduld, welche sich am Ende für uns alle gelohnt haben.